999
This is not a love song. He don’t bring you flowers. It ain’t Farin Urlaub, babe. Ende der Geschichte.
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Nun ja, das wäre natürlich ein bisschen zu einfach. Denn bekanntermaßen ist fast nichts, wie es scheint. Ist das Coverbild wirklich handgestickt*? Läuft Farin Urlaub ernsthaft mit einer Tuba durch’s Studio? Praktiziert er tatsächlich diese „entspannten Hüftbewegungen“, die alle ernstzunehmenden Cumbia-Ratgeber so dringend fordern? Um es wieder kurz zu machen: Ja. Vielleicht. Nein (Nein!).
„999“ ist die zweite Single aus dem im Herbst erscheinenden neuen Album von Farin Urlaub und dürfte selbst hartnäckigen Standtänzern einen unwiderstehlichen Bewegungsimpuls vermitteln. Gute Laune ist musikalisches Programm, aufgefahren wird so ziemlich alles, was man gemeinhin mit dem Klang lateinamerikanischer Lebensfreude assoziiert: Salsa-Gitarre, viel zu laute Trommeln, Bläser in allen Tonlagen, überbordender Rummelplatz-Sound, Kokospalmen.
Alles könnte so schön sein. Romantische Sonnenuntergänge mit Virgin Coladas am Strand. Sanftes Mondlicht, das voneinander betörte Menschen umschmeichelt. Eine laue Brise, die zart das Moskitonetz streichelt. Aber Farin Urlaub bleibt kühl, kein Gefühl. Er ist halt schlicht – das ist die schlechte Nachricht – nicht zu haben.





