BERLINER SCHULE FAQ

In den FAQ zu "Berliner Schule beantwortet Farin Urlaub den Fans (so ziemlich) alle Fragen zu den Songs, den Hintergründen und dem ganzen verdammten Rest.

Kannst du dir vorstellen eines der Stücke auch Live zu spielen oder neu aufzunehmen? Oder bleiben diese bei "gescheitert"?
Den Weg zur Neuaufnahme habe ich mir ja durch die Veröffentlichung als grausiges Demo bewusst verbaut; und zur Live- Darbietung finde ich die meisten Lieder selbst zu schlecht.
Falls nein: Bist Du gar nicht traurig, dass Du manche von diesen Liedern nie live spielen kannst?
Nein, sonst hätte ich sie ja nicht auf der "Berliner Schule" verbraten. Es gibt noch soooo viele andere (und, wie ich hoffe, bessere) Ideen sowohl in meinen diversen Schubladen als auch in meinem Kopf ...
Was, wenn die Fans wollen, dass du was von "Berliner Schule" auf deinen Konzerten singst?
Welche Konzerte??
Könntest Du Dir vorstellen, auch ausgewählte Demos bereits bestehender Songs zu veröffentlichen, um daran die Entwicklung der Songs aufzuzeigen und Urversionen zu präsentieren? Z.B. als B-Seite etc.?
Ich habe darüber nachgedacht und mich dagegen entschieden. Eine solche Veröffentlichung würde doch nur wieder die guten, alten Kommerzvorwürfe hervorrufen... vielleicht in ein paar Dekaden, wenn wir uns alle lieben und Kaugummis fünftausend Krapööz kosten.
Wie kommst du auf Texte wie z.B. "Schatten" oder "Kaum mehr als ein Traum"? Also Texte, die nicht im entferntesten mit dir zu tun haben und sehr weit von dir weg sind?
Drogen!
Ist es Zufall, dass man in einigen Liedern Passagen aus z.B. Drei-Tage-Bart wieder erkennt bzw. guckst du ganz bewusst von alten Demos ab oder ist es zufällig?
Das ist mir überhaupt nicht aufgefallen, aber es stimmt: entweder hat mein Unterbewußtsein damals die Melodie für gut befunden, oder (was wahrscheinlicher ist) die Töne sind dermaßen beliebig, daß sie wahrscheinlich jedem eingefallen wären.
Du lässt dir bekanntlich sehr ungern in deine Kompositionen reinreden. Denkst du, wenn du Bela oder später Rod um Mithilfe gebeten hättest, bei ein paar Texten oder Reimen, Arrangements oder eventuell auch mal einer Melodie, dass es den Songs nicht doch gut getan hätte?
Hätte es sicherlich. Drei Hirne sind immer besser als ein halbes.
Wie groß war der größte Abstand zwischen einer Idee und einer Demoaufnahme bzw. eines fertigen Songs?
Etwa so: vierundsiebzig Meter?
Bei einigen Songs sind unter anderem auch Bläser zu hören, mittendrin auch manchmal noch zig andere Instrumente. Spielst du diese per Hand alle selbst ein oder programmierst du die Instrumente die du nicht spielen kannst am PC?
Percussionsintrumente (und natürlich Gitarren und Bässe) spiele ich meist selber; der Rest ist programmiert.
Standen die Titel der Songs schon vor ihrer Veröffentlichung fest oder wurden die dann einfach mal eben so festgelegt? (Am Rande, woher weiß man (in dem Fall fu) denn, wie man einen Song nennen möchte?)
Die meisten Titel standen schon fest, ein paar habe ich noch "aufgehübscht". Und: frag nicht! Es gibt einen ewigen Wettstreit zwischen pataphysischen Titeln und solchen, die man sich gut merken kann; ich mag ja absurde Namen sehr.
Wie lange hat es gedauert die alten Demos durchzuhören und am Ende die Auswahl zu treffen? (Wann wurde damit denn angefangen?)
Das ging recht schnell; etwa 3 Wochen. Begonnen hab ich Anfang 2017 damit.
Wie reagierst du, wenn eine wahre, intellektuelle und kreative Demo-Perle (aus deiner Sicht) von deinen Bandkollegen Rod und Bela abgelehnt wird?
Wie ein erwachsener Mann typischerweise mit Zurückweisungen umgeht: ich wälze mich heulend und schreiend auf dem Boden, schlage und trete um mich, während ich die beiden wüst beschimpfe. Danach rede ich stundenlang mit niemandem und esse drei bis vier Kilo Marzipankartoffeln. Normal halt.
Hast Du durch die Veröffentlichung der Berliner Schule irgendwelche Schlüsse für zukünftige Produktionen gezogen?
Ja: in Zukunft darf es wieder etwas besser klingen.
Bei den 2007er Demos, die wohl allesamt für die "Jazz ist anders" waren, scheint im Gegensatz zu vielen anderen Songs das Schlagzeug weniger ausgearbeitet. Eine bewusste Entscheidung, um den Songs später eben den gemeinsamen DÄ-Touch zu verleihen?
Nein, da hatte ich einen Teil meines Equipments verliehen und nur einen echt schäbigen Drumcomputer. Außerdem bin ich vor Ideen fast geplatzt und hatte keine Zeit für ausgefeiltere Arrangements.