Buch des Monats DAS BUCH DES MONATS FEBRUAR

"Ist das nicht ein schöner gottseliger Willkomm?" sagt ich zum Pfarrer, "sind das nicht herrliche christliche Wünsch? haben diese nicht einen heiligen Vorsatz auf den morgenden Tag? wer wollte sie für Christen erkennen, oder ihnen ohne Erstaunen zuhören? wenn sie einander aus christlicher Liebe so zusprechen, wie wirds dann hergehen, wenn sie miteinander zanken? Herr Pfarrer, wenn dies Schäflein Christi sind, Ihr aber dessen bestellter Hirt, so will Euch gebühren, sie auf eine bessere Weid zu führen." "Ja", antwort der Pfarrer, "liebes Kind, es gehet bei den gottlosen Soldaten nicht anders her, Gott erbarms! wenn ich gleich etwas sagte, so wäre es so viel, als wenn ich den Tauben predigte, und ich hätte nichts anders davon, als dieser gottlosen Bursch gefährlichen Haß." Ich verwundert mich, schwätzte noch ein Weil mit dem Pfarrer, und ging dem Gubernator aufzuwarten, denn ich hatte gewisse Zeiten Erlaubnis, die Stadt zu beschauen und zum Pfarrer zu gehen, weil mein Herr von meiner Einfalt Wind hatte und gedachte, solche würde sich legen, wenn ich herumterminierte, etwas sähe, hörte, und von andern geschulet, oder wie man sagt, gehobelt und gerülpt würde.

Über den im 17. Jahrhundert lebenden, im heutigen hessischen geborenen Autor des vielleicht wichtigsten Barock-Romans der deutschen Literatur ist wenig bekannt. Als sein Hauptwerk erzählt es die - in Teilen sicher auch aus eigenen Erfahrungen gespeiste - pralle Lebensgeschichte eines etwas einfältigen Abenteurers als Mixtur aus Schelmen- und Erbauungsroman, gewürzt mit derben Sprüchen und mitunter drastischen Darstellungen der wechselhaften damaligen Geschehnisse.


DIE AUFLÖSUNG

Buch des Monats Gesucht war "Der Abent(h)euerliche Simplicissimus Teutsch" von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.