Buch des Monats DAS BUCH DES MONATS JANUAR

"Das ist gar nicht natürlich. Heutzutage. Im Zirkus, wo ich gerungen hab, zum Beispiel - und drum, sehn Sie, ist er dann auch niedergebrannt, der ganze Zirkus! - unser Direktor zum Beispiel, der hat gesagt: Sie können mir, Sepp! - ich heiße doch Josef ... Sie können mir! hat er gesagt: Wozu soll ich ein Gewissen haben? Wörtlich. Was ich brauch, um mit meinen Bestien fertigzuwerden, das ist 'ne Peitsche. Wörtlich! So einer war das. Gewissen! hat er gelacht: Wenn einer ein Gewissen hat, so ist es meistens ein schlechtes ... Gott hab ihn selig."

Der Autor zählte dank der Unabhängigkeit des Züricher Schauspielhaus vom Nationalsozialismus zu den wenigen einflussreichen deutschsprachigen Dramatikern der unmittelbaren Nachkriegszeit. Zeit seines Lebens politisch wach (wenn auch gegen Ende resignierend), galt ihm der (gerade Schweizer) Biedermann an sich als suspekt, gar gefährlich ob seiner Ignoranz vor offensichtlichen gesellschaftlichen Entwicklungen. Genauso wie seine Bühnenstücke, gelten seine Romane als sprachlich brillante Meisterwerke, die obwohl in einer detailliert-grifflichen Realität angesiedelt, doch oft Identitäten, Bewusstsein und Selbstbild hinterfragen und so Moralbegriffe und menschliche Seele ausloten.

Sein wohl bekanntestes Stück bezeichnete er als "Lehrstück ohne Lehre". Es entstand 1948 als Prosaskizze und wurde später als Hörspiel und Bühnenstück inszeniert.


DIE AUFLÖSUNG

Buch des Monats Gesucht war "Biedemann und die Brandstifter" von Max Frisch.

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kuroboshi.de
Unterwegs 2